Fußschmerzen – Ursachen und funktionelle Behandlungsmöglichkeiten

Sie leiden regelmäßig unter Fußschmerzen, die Ihren Alltag zu einer Belastungsprobe machen? An einen ausgiebigen Einkaufsbummel oder einen langen Spaziergang in der Natur ist kaum zu denken? Sie haben Sorge, dass die Beschwerden weiter zunehmen könnten und normales Gehen bald gar nicht mehr möglich ist? Damit sind Sie nicht alleine. Fehlstellungen und Schmerzen im Bereich der Füße gehören zu den häufigsten Beschwerden am Bewegungsapparat. Frühzeitig erkannt, lassen sie sich oft ohne bleibende Schäden behandeln. Im folgenden Artikel erfahren Sie verkürzt und zusammengefasst mehr über die Ursachen, Erscheinungsformen und Behandlungsmöglichkeiten von Fußschmerzen.

Die Anatomie des Fußes

Der Fuß ist ein sehr komplexes anatomisches Konstrukt. Kein anderes Körperteil hat so viele einzelne Muskeln, Bänder und Sehnen wie der Fuß. Er setzt sich zusammen aus etwa:

      • Sieben Fußwurzelknochen
      • Fünf Mittelfußknochen
      • 30 Gelenken
      • 60 Muskeln
      • 100 Bändern
      • 200 Sehnen

Die Fußwurzelknochen bilden gemeinsam mit den Gelenkflächen des Unterschenkels das Sprunggelenk – das am stärksten belastete Gelenk des menschlichen Körpers. Die Mittelfußknochen dienen zur Verlängerung des Fußes und als Verbindung zu den Zehen. Die Gelenkflächen der Wurzel- und Mittelfußknochen sowie der Zehen bilden rund 30 Gelenke. Sie machen den Fuß flexibel genug, um das Gleichgewicht zu halten und die Kräfte beim Laufen und Springen abzufedern.

Das Ausführen von Bewegungen obliegt den rund 60 Fußmuskeln. Die wichtigsten Muskelgruppen sind die Flexoren und die Extensoren. Die Flexoren verlaufen von den Zehen über den Spann bis zum Schienbein und sind dafür zuständig, den Fuß und die Zehen nach oben zu ziehen. An der Unterseite verlaufen die Extensoren. Ihre Aufgabe ist das Einkrallen der Zehen und das Herunterdrücken des Fußes. Für Letzteres ist vor allem der große Wadenmuskel zuständig, der über die dickste Sehne des menschlichen Körpers mit der Ferse verbunden ist – der Achillessehne. Einige Muskeln sind außerdem dafür zuständig, den Fuß nach innen und außen zu bewegen.

Neben Extensoren und Flexoren hat der Fuß viele kleine Muskeln, die gemeinsam mit zahlreichen Bändern eine stabilisierende Funktion erfüllen. Sie sorgen für die natürlichen Längs- und Quergewölbe des Fußes, die das gesamte Körpergewicht gleichmäßig auf drei Punkte verteilen – Ferse, Großzehengrundgelenk und Kleinzehengrundgelenk. Diese Verteilung ist wichtig dafür, dass der Fuß die Kräfte beim Gehen, Laufen sowie Springen gut übertragen und abfedern kann.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Füße, der für ihre Funktion unabdinglich ist, sind die Zehen. Sie dienen als bewegliche Verlängerung des Fußes. Nur durch die Zehen ist es möglich, punktuell Kraft auf den Boden zu geben und das Gleichgewicht zu halten. Schon das Fehlen einer Zehe kann das Gangbild maßgeblich beeinträchtigen. Ohne die großen Zehen wäre kein normales Gehen mehr möglich.

Welche Ursachen haben Fußschmerzen?

Unabhängig davon, ob die Fußschmerzen unten, oben oder seitlich auftreten, liegt ihnen in den meisten Fällen die gleiche Ursache zugrunde – eine Überlastung. Wie es zu dieser Überlastung kommt, kann sehr verschieden sein. Der menschliche Fuß ist ein ineinandergreifendes Konstrukt, das darauf ausgelegt ist, einer ständigen Dauerbelastung standzuhalten. Die Füße müssen stabilisieren, abfedern und Kraft übertragen. Mit 30 Gelenken und mehr als 60 Muskeln gibt es viele Stellen, an denen dieses komplexe System gestört werden kann. Zum Beispiel kann es durch Bewegungsmangel zu einer Abschwächung der Fußmuskulatur kommen. Das führt zu Fehlstellungen wie Knick-, Senk- oder Spreizfüßen.

Ein fehlerhaftes Gangbild führt zu einer ungleichmäßigen Belastung des Fußes. Über einen längeren Zeitraum kommt es zur Überlastung des jeweiligen Bereiches. Übergewicht kann diesem Prozess begünstigen. Die meisten modernen Schuhe engen die Füße nicht nur ein und verursachen dadurch Verformungen, sondern begünstigen auch die Abschwächung der Fußmuskulatur. Das tun sie durch zu weiche Sohlen die der stabilisierenden Fußmuskulatur viel Arbeit abnehmen, wodurch sie immer schwächer wird. Das begünstigt wiederum die Entstehung von Fehlstellungen. Auf Dauer können Fehlstellungen und mechanische Überlastung zu Arthrose führen und sogar Ermüdungsbrüche verursachen.

Die Ursachen für Fehlstellung sind nicht immer im Bereich der Füße zu finden. Wenn die Ursache unklar ist, sollten auch die Knie, die Hüften und die Wirbelsäule in die Diagnostik einbezogen werden. Deshalb ist es immer ratsam, die Ursachenforschung und Behandlung nicht auf eigene Faust zu übernehmen. Eine zielführende und erfolgreiche Therapie ist nur möglich, wenn die Ursache der Fußschmerzen klar ist. Allgemein gilt: Wenn Sie häufig unter Fußschmerzen leiden oder Fehlstellungen der Zehen, des Fußgewölbes oder der Ferse feststellen, ist frühzeitiges Handeln wichtig. Anderenfalls können die Beschwerden weiter fortschreiten und sich schlimmstenfalls nur noch operativ beheben lassen.

Fußschmerzen – typische Beschwerdebilder

Es gibt viele Arten von Fußschmerzen. Sie können stechend, pochend, dumpf oder weit ausstrahlend sein. Außerdem können sie an verschiedenen Stellen des Fußes auftreten – oben am Mittelfuß oder Spann, unten an der Fußsohle oder den Ballen, seitlich an der Innen- und Außenseite oder an der Ferse und Achillessehne. Für jede Lokalisation gibt es unterschiedliche Ursachen. Die häufigsten Ursachen finden Sie im folgenden Abschnitt.

Fußschmerzen oben (Spann, Mittelfuß)

Eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen im Bereich des Mittelfußes ist der Spreizfuß. Das ist eine Fehlstellung, bei der die Mittelfußknochen auseinanderweichen. Der Fuß wird breiter und es kommt zu einer Überlastung des Mittelfußes. Typisch für einen Spreizfuß sind dumpfe Fußschmerzen, die vor allem beim Abrollen auftreten. Über einen längeren Zeitraum kann sich durch einen Spreizfuß ein Morton Neurom entwickeln. Das ist eine entzündliche Verdickung der Nerven des Mittelfußes. Dadurch können die Schmerzen oben beziehungsweise am Mittelfuß stärker werden. Schreitet das Morton Neurom weiter voran, hilft oft nur noch eine Operation. Je früher ein Spreizfuß erkannt und therapiert wird, umso besser sind die Chancen, die Fehlstellung ohne bleibende Schäden zu beheben.

Eine weitere Ursache für Fußschmerzen, die oben am Mittelfuß auftreten, ist eine fortschreitende Arthrose der Zehengrundgelenke, die durch eine langandauernde Fehlbelastung entsteht – zum Beispiel durch das Tragen von hohen Schuhen. Die Fußschmerzen haben einen stechenden Charakter und treten beim Gehen auf – vor allem beim Abrollen. Ein weiteres Indiz sind Schwellungen im Bereich der Großzehe. Wenn eine Arthrose der Zehengrundgelenke weiter voranschreitet, kann sie die Beweglichkeit einschränken und das Gehen zunehmend erschweren. Einfach gesagt ist eine Arthrose Gelenkverschleiß, der in allen Gelenken des Fußes auftreten und Schmerzen verursachen kann. So kommt es infolge von arthrotischen Veränderungen des Sprunggelenks oft zu Fußschmerzen am Spann oder den Knöcheln. Hier können therapeutische Maßnahmen aus Beweglichkeitsförderung und Kräftigung vorbeugend wirken.

Fußschmerzen unten (Ballen, Sohle)

Als häufigste Ursache für Fußschmerzen unten an der Fußsohle gilt eine Entzündung der Sehnenplatte – die sogenannte Plantarfasziitis. Die Sehnenplatte ist dafür zuständig, das Gewölbekonstrukt des Fußes aufrecht zu halten. Kurz gesagt: Sie gibt dem Fuß Stabilität. Die Plantarfasziitis entsteht überlastungsbedingt – häufig infolge einer ungleichmäßigen Belastung, eines Senk-Spreizfußes oder durch übermäßigen Sport. Eine weitere häufige Ursache ist eine Verkürzung der Wadenmuskulatur, die durch das Tragen von hohen Schuhen oder allgemeinen Bewegungsmangel verursacht werden kann. Die Plantarfasziitis verursacht stechende Fußschmerzen, die von der Ferse über die gesamte Fußsohle ausstrahlen können.

Fußschmerzen unten an den Ballen betreffen meistens den Ballen der Großzehe. Als häufigste Ursache gilt der Hallux valgus – eine Fehlstellung der Großzehe, die häufig infolge eines Spreizfußes entsteht. Auch ein zu enges Schuhwerk kann die Entstehung eines Hallux valgus begünstigen. Die Fehlstellung ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Großzehe in Richtung der anderen Zehen krümmt. Dadurch können sich auch die kleinen Zehen verformen, was Fußschmerzen an allen Ballen verursachen kann. Durch die seitliche Fehlstellung verkürzen oft die Beugemuskeln der Zehen – also die Flexoren. In diesem Fall sprechen wir von Krallenzehen. Auch arthrotische Veränderungen im Bereich der Zehengrundgelenke können Schmerzen an den Ballen verursachen.

Fußschmerzen seitlich (innen, außen)

Seitlich auftretende Fußschmerzen zeigen sich vor allem an der Innenseite des Fußes. Als häufigste Ursache gilt der Knick-Senkfuß, der Schmerzen am Innenrand unter dem Fußknöchel verursacht, die bis zum Unterschenkel ausstrahlen können. Von einem Knickfuß ist die Rede, wenn die Ferse nach innen „wegknickt“. Der umgangssprachlich als Plattfuß bezeichnete Senkfuß ist eine Abflachung des Längsgewölbes. Tritt beides auf, sprechen wir von einem Knick-Senkfuß. Häufig entsteht der Knick-Senkfuß infolge einer Verkürzung oder Entzündung des hinteren Schienbeinmuskels.

Fußschmerzen treten außen seltener auf als innen. Hier liegt meistens eine Entzündung der Bänder oder gar ein Bänderriss vor. Seltener können Fußschmerzen außen auch durch einen Ermüdungsbruch auftreten. Treten die Schmerzen im Bereich der Außenkante des Vorderfußes auf, kommt eine Fehlstellung der Kleinzehe als Ursache infrage.

Fußschmerzen an der Ferse

Fußschmerzen an der Ferse entstehen meistens überlastungsbedingt. Gangbild und Schuhwerk können einen großen Einfluss auf die Schmerzentstehung haben. So treten überlastungsbedingte Fußschmerzen an der Ferse vor allem nach dem Joggen oder nach langem Gehen auf. Eine weitere häufige Ursache sind knöcherne Auswüchse – der sogenannte Fersensporn. Das ist ein dornartiger Auswuchs des Fersenbeins, der infolge einer Überlastung oder einer Fehlstellung wie dem Knickfuß entsteht. Die im Abschnitt „Fußschmerzen unten“ bereits erwähnte Plantarfasziitis kann ebenfalls Schmerzen an der Ferse verursachen.

Fußschmerzen an der Achillessehne

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Dabei muss sie großen Belastungen standhalten. Schmerzen an der Achillessehne entstehen oft überlastungs- oder entzündungsbedingt. Neben einer überlastungsbedingten Entzündung können die Schmerzen auch durch eine Entzündung der beiden Schleimbeutel verursacht werden, die sich zwischen dem Ansatz der Achillessehne und dem Fersenbein befinden. Ist die Achillessehne selbst entzündet, besteht ein erhöhtes Risiko dafür, dass sie reißt.

Wann mit Fußschmerzen zum Arzt?

Wenn die Fußschmerzen mehrere Tage andauern oder häufig auftreten, empfiehlt sich der Gang zum Arzt. Und welcher Arzt ist bei Fußschmerzen der richtige Ansprechpartner? Vorerst der Hausarzt. Zur genaueren Abklärung wird Ihr Hausarzt Sie an einen Orthopäden überweisen. Wichtig zu wissen: Die meisten Ursachen von Fußschmerzen sind funktioneller Natur. Die Behandlung erfolgt inder Regel konservativ durch physikalische Anwendungen – also durch Bewegung, Dehnung und Kräftigung. Um Ihre Fußschmerzen loszuwerden, müssen Sie also selber aktiv werden.

Fußschmerzen – was tun?

Wenn Sie frühzeitig etwas gegen Ihre Fußschmerzen unternehmen, haben Sie gute Chancen, dass sie sich ohne Operation oder bleibende Schäden beheben lassen. Die Behandlung erfolgt entsprechend der Ursache. Ziel ist es, den Grund für die Überlastung oder Fehlstellung zu erkennen und zu beheben. Dabei kann zum Beispiel die Arbeit am Gangbild eine Rolle spielen. Ein physiologisch korrekter Gang gewährleistet eine gleichmäßige Belastung der Füße, was zum Rückgang der Beschwerden beitragen kann.

Bei Fehlstellungen liegt der Fokus auf den Muskeln. Durch das gezielte Dehnen von verkürzten Muskeln und das Kräftigen von abgeschwächten Muskeln lassen sich fehlerhafte Stellungen der Zehen, Fußgewölbe oder der Fersen beheben. Kehrt der Fuß in seine ursprüngliche Position zurück, wird er wieder gleichmäßig belastet und die Schmerzen gehen zurück.

Im Vordergrund einer funktionellen Therapie steht aber nicht nur das Beheben der Ursache. Es geht auch darum, gewohnte Bewegungsabläufe aufzulösen, die zur Entstehung des Problems beigetragen haben – zum Beispiel ein unvollständiges Abrollen der Ferse. Gleichzeitig gilt es physiologisch korrekte Bewegungsabläufe zu schulen. Anderenfalls kann es passieren, dass die Fußschmerzen schnell wieder auftreten oder es zu anderen Fehlstellungen kommt.

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